12 Jul, 2022

Was der Nobelpreis mit Kieselgur zutun hat?

Mit 17 arbeitete Alfred Nobel bei einem Pariser Chemiker. Dort lernte er den Turiner Arzt und Wissenschaftler Ascanio Sobero kennen.  Ascanio Sobero gilt als der Erfinder von Nitroglyzerin. Nobel war so fasziniert von der Sprengkraft des neu entdeckten Stoffes und erkannte die Möglichkeiten die sich für den Bergbau daraus ergaben. Nach dutzenden Versuchen bei denen auch Menschen verunglückten, war er kurz davor aufzugeben. Doch dann, durch einen Zufall, erkannte er den Fehler.

Um das hochexplosiven flüssige Nitroglyzerin bei Transport zu schützen bettete er die Transportgefäße auf dem hoch porösen Mineral Kieselgur. Dies diente dazu es vor Erschütterungen zu schützen. Als eine der Transportkannen ein Leck hatte und auslief, hat die Diatomeenerde bzw. Kieselgur das flüssige Nitroglyzerin vollkommen aufgenommen. Das war die Lösung! Die Kieselgur machte die Flüssigkeit wesentlich ungefährlicher. Er erfand die Paste die wir heute als Dynamit kennen. Sie bestand aus 75% Nitroglyzerin, 24,5% Kieselgur und 0,5% Natriumcarbonat. Geboren war das Dynamit. Das war die erste technische Anwendung von Kieselgur bzw. Diatomeenerde.

Es gibt Quellen die behaupten, dass Alfred Nobel auf Grund seiner tödlichen Erfindung ein schlechtes Gewissen hatte und mit der in seinem Testament verfügten Nobel Stiftung seinen Namen für die Nachwelt rehabilitieren wollte. Andere Quellen geben an, dass Nobel das vererben von großen Vermögen als Entwicklungsbremse für Gesellschaften ansah und dies der Grund dafür war sein Vermögen in eine Stiftung zu überführen. Eine Antwort auf die Motivation  der Gründung der Nobel-Stiftung wird es nicht geben. Unabhängig davon wird die thematische Verbindung von Alfred Nobel und Kieselgur aus der Lüneburger Heide wohl für immer bestehen bleiben.

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